Stieldorf

Donatuskapelle in Rauschendorf

Die Kapelle stammt aus der Nachkriegszeit, aber ihre Vorgeschichte geht in das 18. Jahrhundert zurück.

Im Zuge der Gegenreformation kam von den Jesuiten aus Münstereifel eine Welle an Sympathie für den hl. Donatus als Patron gegen Blitz und Ungewitter. Bödingen und Siegburg besitzen ein Ölgemälde, das den Heiligen mit dem jeweiligen Kloster im Hintergrund zeigt. In Sieglar kann man sich erinnern, daß an seinem Festtag jährlich eine Prozession mit einer Reliquie, die der Priester im roten Chormantel trug, durch den Ort ging. Anschließend küßten alle Pilger in der Kirche das Reliquiar. Die Wetterglocke weihte man gerne dem hl. Donatus, die bei Unwetter geläutet wurde. So befand sich in Rauschendorf; wo jetzt die Brunnenanlage ist, ein Heiligenhäuschen. Von wem und wann dieses Heiligenhäuschen erbaut worden sind, ist nicht mehr feststellbar. Bei der Umlegung und Straßenplanung stand es im Wege und mußte weichen. Ein Ortsausschuß, der die Aufgabe hatte, einen Kapellenneubau zu planen, wurde gebildet. Der Kulturausschuß der Gemeinde Stieldorf wies einen gemeindeeigenen Platz auf dem Gelände des ehemaligen Probsthofes aus. Beim Abbruch des Heiligenhäuschens wurden alle verwendbaren Steine in die neue Kapelle mit eingebaut. Im Juli 1961 vollzog der Stieldorfer Pastor die Einweihung. Im gleichen Jahr erwählte der pensionierte Pfarrer Weuster, Rauschendorf zu seinem Ruhesitz. Dieser ersuchte beim Kölner Generalvikariat um Erlaubnis, in der Kapelle die hl. Messe feiern zu dürfen. Ein Altarstein mit Reliquien des hl. Donatus wurde im Altar eingebaut und der Priester konnte mit den Bewohnern das hl. Opfer feiern.

Bis 1974 erfreute sich die Dorfgemeinschaft, besonders die ältere Generation, dieser glücklichen Fügung. Dann starb am 23. September 1974 Pfarrer Weuster. Ab 1976 erklärte sich der Stieldorfer Pfarrer bereit, einmal monatlich in der Kapelle eine hl. Messe zu feiern. In der Kapelle steht eine Donatusfigur, die einem Bilde aus dem Kloster Marienborn (Zülpich) nachempfunden ist.

Nachdem sich Wilhelm Schmitz viele Jahrzehnte verdienstvoll um die Kapelle gekümmert hatte, übernahm der Bürgerverein die Verwaltung der Kapelle; 1986 wurde er Eigentümer (nähere Ausführungen hierzu im Abschnitt Bürgerverein Rauschendorf-Scheuren e.V.).

Bei dieser Gelegenheit sei Ursula Sterzenbach gedankt, die seit mehr als vier Jahrzehnten die Kapelle bei Meßfeiern ausschmückt und die Besucher betreut.

Der Bürgerverein Rauschendorf-Scheuren hat in den letzten Jahren die Kapelle einer umfassenden und grundsätzlichen Renovierung unterzogen und sie inzwischen zu einem echten Dorfmittelpunkt gemacht, mit traditionellen Dorffesten, wie dem Maiansingen des MGV, dem Kapellenfest des Bürgervereins oder den Pfingsttraditionen des Brauchtumsvereins.

Helga Rüsch und Herbert Haack

Erbaut1961
StandortRauschendorf, Ortsmitte
BesitzerBürgerverein Rauschendorf seit 1986
BetreuungUrsula Sterzenbach
Auskunft erteiltHelga Rüsch Telefon 02244/3443
NutzungHeilige Messe monatliche